An den Pranger gestellt
Im Rahmen der 36. Landesweiten Kunstschau des BBK Mecklenburg-Vorpommern „Hochstapeln“ beschäftigt sich die künstlerische Installation von dem fachwerkler Gerald Hross mit der Frage, wie Identität im öffentlichen Raum entsteht – durch Zuschreibungen, Erwartungen und die Bereitschaft, erzählten Bildern zu glauben.
Ausgangspunkt ist das historische Bild des Prangers als Ort öffentlicher Sichtbarkeit, sozialer Kontrolle und kollektiver Bewertung. Über der Arbeit steht mit Kreide das Bekenntnis des Künstlers „Ich bin ein Lügner!“ Besucher*innen können selbst in diese Position treten und werden Teil der Arbeit indem sie im Verlauf der Ausstellung die Botschaft ergänzen, überlagern, verändern oder auch verschwinden lassen. So entsteht zwischen mittelalterlichem Marktplatz und heutiger digitaler Öffentlichkeit ein Ort der Begegnung, Reflexion und gemeinschaftlichen Aushandlung von Identität ermöglicht. Zu sehen vom 10. Mai bis zum 12. Juli bei der 36. Landesweiten Kunstschau des BBK MV in der Gertrudenkapelle der Ernst Barlach Museen Güstrow.
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Was zur 🔥 ist ein Kettenbuch?
Mal wieder was gelernt: Dass Bücher in frühen Bibliotheken buchstäblich angekettet wurden, weil sie so wertvoll waren, war mir neu. Wer lesen wollte, musste erst mal dazugehören – zu den elitären knapp 10 Prozent der Menschen, die im 15. Jahrhundert überhaupt lesen konnten. Und dann kam Gutenberg mit seinen beweglichen Lettern. Plötzlich wurden Bücher nicht mehr abgeschrieben, sondern tausendfach gedruckt. Wissen hörte auf ein Privileg zu sein, es wurde vergesellschaftet. Reformation, Aufklärung, moderne Wissenschaft wäre ohne diesen Moment absolut nicht denkbar. Und die Stadt Rostock, in der die Michaelisbrüder das erste Buch bereits 1476 druckten, gehörte zu den Pionieren des Buchdrucks in Deutschland.
Für das Kulturhistorische Museum Rostock durften wir die Szenografie, Grafik, Vermittlungs- und Medienstationen entwickeln. Mit jeder Menge interaktiver Elemente haben wir einen lebendigen Bogen gespannt – von der Kettenbibliothek bis zum Chat mit einer KI über die Zukunft des Lesens.
„Druck. Macht. Wissen. 550 Jahre Buchdruck in Rostock." Zu sehen bis zum 28. Juni 2026 im Kulturhistorischen Museum Rostock.
Vorhang auf für das neue Gesicht einer ganzen Region
Das Maurine-Radegast-Land ist eine von 30 Regionen, die den Zuschlag für das bundesweite aller.land-Programm erhalten haben. Was bedeutet regionale Identität? Wie kommuniziert eine Kulturregion nach außen? Und wie erreicht man eigentlich junge Menschen? Genau das sind die Fragen, um die es hier geht. Seit Herbst 2025 begleiten wir das Projekt und im März feierten wir den gemeinsamen Meilenstein: Das von uns gestaltete Corporate Design wurde zum ersten Mal öffentlich vorgestellt.
Grundlegend für unsere Arbeit war die tiefgehende Strategie, die die Prozessbegleiterin Stefanie Burr über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gemeinsam mit der Community entwickelt hat. Immer getrieben von der Frage, wie die vielen und besonderen kleinen Orte mit Stärke und Glaubwürdigkeit nach außen kommunizieren können. Jetzt geht unser Gestaltungsbaukasten in die Anwendung wir sind gespannt, was alles daraus erwachsen wird.
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Zukunft lebt sich besser gemeinsam
Mit einem eigenen Workshop im Rahmen des „Zukunftsfestivals MV 2025“ brachten wir fachwerkler unsere Erfahrung aus Architektur, Partizipationprozessen und gelebter Gemeinschaft ein. Gemeinsam mit Gottfried Timm gaben Luise und Antje Einblicke in das Wohnwerk Schwerin – ein Wohnexperiment im Praxistest.
Seit zehn Jahren leben dort 36 Menschen generationenübergreifend, ökologisch und sozial verträglich zusammen. Der Workshop nahm die Interessierten mit hinter die Kulissen. Wie aus einer Idee durch Partizipation und Mitgestaltung eine Gemeinschaft wurde, welche Konzepte sich im Alltag bewährt haben, warum gemeinschaftliches Wohnen heute aktueller ist denn je. Gemeinsam sind wir der Frage nachgegangen: Wie möchten wir in Zukunft wohnen und leben – zwischen Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und individuellen Bedürfnissen.
Das Über Morgen – Zukunftsfestival MV fand am 25. & 26. September 2025 im phanTECHNIKUM in Wismar statt. Es war Treffpunkt für alle, die MVs Zukunft gestalten wollen. Es brachte an die 500 Menschen aus allen Bereichen MVs zusammen – Studierende, Unternehmen, Initiativen, Verwaltung u.v.m.
Voll das Leben!
Am 16. September wurde das neue Hortgebäude in Mühlen Eichsen feierlich eröffnet. In unmittelbarer Nähe zur Kita und Grundschule ist, eingebettet in die Parkanlage, ein kleiner dörflicher Bildungscampus entstanden. Ein Ort für Kinder, Eltern und Pädagog:innen und die ganze Gemeinde. Errichtet als moderner Holzbau, verbindet das Gebäude architektonische Qualität mit nachhaltigem Bauen – ein gesundes Lern- und Lebensumfeld für die nächste Generation.
Wir als Architekten und Fachplaner haben zur Einweihung vier Obstbäume beigesteuert – zunächst symbolisch als Atrappen im Garten aufgestellt, bald aber als echte Bäume gepflanzt.
Mit dabei waren Bürgermeister Andreas Zerbe, Gemeindevertreter:innen, Eltern, Kinder, die Hortleitung der Diakonie sowie Katrin Patynowski, Stellvertreterin des Landrates. Alle fanden herzliche Worte und die Kinder haben das neue Haus bereits begeistert in Besitz genommen.
Ein besonderer Dank gilt auch den beteiligten Planern für die hervorragende Zusammenarbeit:
Elektroplanung – Steger & Richter
TGA – Dominik Meier
Landschaftsarchitektur – Henschel & Kubiziel
Tragwerksplanung – Architekten-u. Ingenieurunion Stralsund GmbH
Markenrelaunch für GreenLife
Wasser war lange selbstverständlich. Heute ist es eine Gestaltungsaufgabe. Und genau das galt es im Markenrelaunch für das Unternehmen herauszuarbeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem großartigen GreenLife-Team haben wir die Marke modernisiert und neu positioniert. Ein modulares Gestaltungssystem aus Infografiken, einer erneuerten Farbwelt, klar definierter Bildsprache sowie einer eigenständigen Icon- und Piktogrammfamilie übersetzt den Firmen-Impact konsistent in alle Medien. Die neu entwickelten Infografiken erzählen, was sonst erklärungsbedürftig bleibt: Kreisläufe, Prozesse, Zusammenhänge. Icons und Piktogramme schaffen Struktur, Wiedererkennbarkeit und internationale Verständlichkeit. Der neue Markenauftritt wird nun GreenLife heute als Pionier für resiliente Wasserlösungen gerecht – für Kommunen, Gewerbe und Wohnungsbau weltweit.
Vom Seminar zur Ausstellung...
... mit Paletten, Pappe und Plakaten.
Ein halbes Jahr lang begleiteten wir die Studierenden am Historischen Institut der Universität Rostock dabei, ihre Forschungsergebnisse zu Klaus Störtebeker & Co. in eine Ausstellung zu verwandeln. Die Studierenden wollten klären, wer hinter dem Piratenmythos steckte – waren es reine Gesetzlose oder voll akzeptierte Inkassounternehmer der Hanse?
Doch wie wird aus einem riesigen Textdokument ein Ausstellungsdrehbuch? Wie entstehen daraus Vermittlungsebenen und partizipative Elemente, die Spaß machen und Lerneffekt haben? Genau dabei haben wir sie unterstützt und am Ende mit viel Schweiß und Handarbeit gemeinsam eine tolle Ausstellung aufgebaut. Zusätzlich zur Ausstellung sind ein Begleitheft, ein digitaler Zwilling, ein Social-Kid, eine Kneipenpostkarte, Beutel und T-Shirts sowie ein didaktischer Arbeitsbogen für Kinder entstanden. Bis zum 2. November ist die Ausstellung „Störtebeker in Rostock. Gab es Piraten in Mecklenburg und Pommern?“ im Kröpeliner Tor Rostock zu sehen.
Hier gehts zum Digitalen Zwilling in der Deutschen Digitalen Biblitothek
Praxis eröffnet – und bereit für Patient:innen
Aus der Idee ist Realität geworden: Unsere Hausarztpraxis in Schwerin hat offiziell eröffnet! Seit heute werden hier Patient:innen in einem Umfeld empfangen, das Funktionalität und Atmosphäre perfekt verbindet.
Die letzten Wochen waren intensiv – Möbel, Leuchten, Technik, alles wurde abgestimmt, montiert, feinjustiert. Jetzt fügt sich alles zu einem Ganzen: Hochwertige Ausstattung trifft auf ein klares, maßgeschneidertes Konzept, das den Praxisalltag erleichtert und einen freundlichen Rahmen für gute medizinische Versorgung schafft.
Besonders stolz sind wir darauf, wie Innenarchitektur, Corporate Design und moderne Technik ineinandergreifen – ein Beispiel dafür, wie Praxisgestaltung heute aussehen kann.
Praxisbereit in Kürze
Unser jüngstes Innenarchitekturprojekt geht in die letzte Runde: In Schwerin entsteht eine ganz besondere Hausarztpraxis – mit modernstem Equipment, hochpräziser IT-Infrastruktur und einer Innenarchitektur, die bis ins Detail auf die Abläufe einer zeitgemäßen Praxis abgestimmt ist. Aktuell werden Möbel montiert, Leuchten gesetzt und letzte Details abgestimmt. Die Ausstattung? Hochwertig. Das Konzept? Maßgeschneidert. Das neue Corporate Design? Frisch entwickelt und perfekt auf Raum, Funktion und Identität abgestimmt. Am 2. Juni soll die Praxis in Betrieb gehen. Wir sind jetzt schon stolz auf das Ergebnis – und die Patient:innen dürfen gespannt sein.
Mehr zum Projekt – mit Bildern – bald hier auf der Website
Nie wieder ist Jetzt!
Vom 13.4. bis zum 24.8.2025 ist die Sonderausstellung „Rostock 1945. Zwölf Monate zwischen Krieg und Neuanfang“ im Kulturhistorischen Museum Rostock zu sehen. Sie macht erlebbar, wie tief die Ereignisse von Krieg und Neubeginn das Leben der Rostockerinnen und Rostocker damals beeinflussten – als die Stadt noch in den Trümmern der Bombenangriffe lag und NS-Propaganda das Durchhalten forderte, ebenso wie die chaotische Zeit nach dem 8. Mai mit ihrer Mischung aus Unsicherheit, Gewalt und neuen Perspektiven. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Zeitzeugenberichten. Im Rahmen eines öffentlichen Aufrufs wurden Menschen gefunden, die ihre persönlichen Erinnerungen an das Jahr 1945 teilten. Ihre Erlebnisse zeigen, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen dieser Umbruchzeit waren – für manche geprägt von Angst und Verlust, für andere von Befreiung und Hoffnung. Selten hat uns die Arbeit an einem Projekt persönlich so berührt! Denn wir dürfen die eigene Geschichte nie vergessen – wir können so viel aus ihr lernen! Hier gehts zur Ausstellung
Unangebracht – Sind meine Gedanken frei oder manipuliert?
Transparenter Vorhang gegen harte Raumstruktur. Gesprochenes Wort gegen die Stille einer Zelle der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit Rostocks. Wo ist die Grenze zwischen innerer und äußerer Wahrnehmung? Waren die Gedanken Inhaftierter Menschen wirklich frei oder schon manipuliert? Das fragt die Rauminstallation von Gerald, dem Künstler in unserem Team. Sie ist ein Beitrag für UNANGEBRACHT – die 35. Landesweite Kunstschau des BBK M-V 2025. Die Ausstellung setzt sich mit den wachsenden Polemiken gegen die Kunstfreiheit auseinander und vereint vielfältige künstlerische Positionen aus Malerei, Fotografie, Objekten, Video, Installationen und Performances. Zu sehen ist sie vom 25. Januar bis 23. März 2025 in der Kunsthalle Rostock und in der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock. Schaut unbedingt vorbei!
Wo solls denn hingehen, bitte?
Jedes Jahr ist ein Abenteuer – voller Wendungen, Überraschungen und Herausforderungen. Manchmal ist der Weg klar, manchmal braucht es einen zweiten Dreh, um die richtige Richtung zu finden. Wir wünschen gutes Gelingen und einen raketenhaften Start in 2025!
Einsteigen bitte, die Zeitmaschine startet
Die Pestalozzi-Schule in Lübeck bekommt ein Make-Over und ein neues Hortgeäude. Doch was brauchen die Kids, um sich dort wirklich wohlzufühlen? In unserem Beteiligungsworkshop gingen die Grundschulkinder mit viel Begeisterung und Fantasie auf die Suche nach Ideen, die den Schul- und Hortalltag besser machen können. Und der Output war riesig! Ihre Wünsche fließen nun in unseren Planungsprozess ein und helfen, die neuen Raumkonzepte nach ihren Vorstellungen zu entwickeln. Am liebsten würden die Kinder die Zeit vordrehen, um morgen schon ihre neue Schule zu erleben.
Blau, Rot, Gelb oder Grün?
Egal in welches Zimmer die kleinen Patienten in der Kinderarztpaxis Dr. Behrens und Dr. Mönninghoff seit der Wiedereröffnung gebeten werden – in jedem herrscht Wohlfühlatmosphäre. Auch wenn die Praxis kein Spielplatz ist, macht die Innenarchitektur mit ihren freundlichen Farben und angenehmen Oberflächen den Arztbesuch weniger stressig. Verschiedene Zonen und Akustikelemente im Wartebereich sorgen dafür, dass auch bei großem Andrang genügend Platz und Ruhe für alle da ist.
Finale
Im Schweriner Marstall probt bereits die Mecklenburgische Staatskapelle. Nach Fertigstellung der Sanierung sind nun auch auf den Ort und die Innenarchitektur abgestimmte, großflächige Orientierungselemente montiert. Es wirkt, als hätte es immer schon so zusammengehört.
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